Symptome und Therapiemöglichkeiten bei Endometriose!

Symptome und Therapiemöglichkeiten bei Endometriose

Wie ihr bereits meinem Erfahrungsbericht zu meiner ersten Endometriose-OP entnehmen konntet, leide ich unter Endometriose. Da diese Krankheit ziemlich unbekannt ist, möchte ich das ändern. Denn ca. jede 10. Frau leidet unter dieser chronischen Krankheit. Die meisten davon wissen es jedoch nicht. Daher möchte ich euch über die Symptome und Therapiemöglichkeiten bei Endometriose aufklären.

Endometriose Symptome

Mögliche Symptome der Endometriose

Endometriose muss nicht zwangsweise bei jeder betroffenen Frau zu Beschwerden führen. Somit kann diese Krankheit auch lebenslang unentdeckt bleiben. Außerdem steht der Grad der Ausbreitung nicht unbedingt im Zusammenhang mit der Stärke der Beschwerden.

Wenn jedoch einige der folgenden Symptome bei dir auftauchen, solltest du dich zu mindestens auf Endometriose untersuchen lassen. Nur eine Bauchspiegelung eignet sich zur sicheren Diagnose. Ein Ultraschall und ähnliche Methoden reichen hierfür nicht aus. Im Zweifelsfall solltest du dir eine zweite ärztliche Meinung dazu holen und den Arzt direkt auf Endometriose ansprechen.

Am Besten ist es, wenn du ein spezielles Endometriose Zentrum besuchst.

Ich wurde glücklicherweise von meinem Hausarzt zum Augusta Krankenhaus, in Bochum, geschickt. Dieses ist zufälligerweise als Endometriose Zentrum zertifiziert. Wer weiß, ob die Krankheit bei mir sonst entdeckt worden wäre. Immerhin mussten erst drei Gynäkologen des Augusta Krankenhauses meine Beschwerden begutachten bis die vermeintliche Ursache gefunden wurde.

 

Symptome der Endometriose:

  • Starke Regelschmerzen: Regelschmerzen, die so stark sind, dass du kaum aufrecht gehen kannst, dir schwindelig wird oder du sogar ohnmächtig wirst sind nicht normal. Dies kann ein Indiz für Endometriose sein.
  • Rückenschmerzen während der Periode können ebenfalls auf Endometriose hindeuten.
  • Bauch- und Rückenschmerzen: Bei Bauch- und Rückenschmerzen (im unteren Rücken), auch außerhalb der Periode, kann Endometriose die Ursache sein.
  • Unfruchtbarkeit: Bei 40% – 60 % der Frauen die ungewollt Kinderlos bleiben steckt Endometriose dahinter. Eine künstliche Befruchtung oder operative Entfernung der Endometriose kann helfen.
  • Starke und/oder unregelmäßige Monatsblutung: Bei extrem hohen Blutverlust und/oder langanhaltender Periode, die länger als 7 Tage dauert solltest du dich ebenfalls auf Endometriose untersuchen lassen.
  • Schmierblutungen außerhalb der Periode, die häufiger auftreten sind nicht normal.
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind nicht normal und können ebenfalls auf Endometriose hindeuten.
  • Schmerzen bei gynäkologischen Untersuchungen: Im Normalfall sollten gynäkologische Untersuchungen keine Schmerzen verursachen.
  • Blasen- und Darmkräpfe, Schmerzen beim Wasserlassen oder der Darmentleerung, sowie Blut im Urin oder im Stuhl können ebenfalls ein Indiz für Endometriose sein.

Verbunden mit diesen Symptomen können zusätzlich folgende Probleme vorhanden sein:

  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Vermehrtes Auftreten von Allergien und anderen Autoimmunerkrankungen
  • Erhöhte Infektanfälligkeit während der Menstruation

 

Symptome bei mir persönlich:

Meine Symptome waren vor allem starke Regelschmerzen und starke Blutungen. Diese wurden eine zeitlang mit der Pille behandelt. Die Pille minderte ein wenig die Schmerzen. Die Ursache, in meinem Fall die Endometriose, kann die Pille jedoch nicht bekämpfen.

Ich habe mich irgendwann dazu entschlossen, die Pille nicht mehr zu nehmen. Meinem Körper wollte ich diesen Scheiß einfach nicht mehr antun. Ich litt unter Nebenwirkungen, wie Kopfschmerzen, starke Depressionen, Libidoverlust, ständige Müdigkeit und einem beengendem Gefühl in der Brust. Außerdem litt ich unter ungewolltem Hüftspeck, den ich trotz Sport und gesunder Ernährung nicht loswurde. Auch die erhöhte Thrombosegefahr, bedingt durch die Pilleneinnahme, bewegte mich zu dieser Entscheidung.

Seitdem ich die Pille nicht mehr nahm ging es mir insgesamt deutlich besser. Allerdings litt ich während der Periode unter sehr starken Regelschmerzen mit Schwindelgefühl. Teilweise litt ich sogar unter Ohnmachtsanfällen. Auch meine Blutungen waren extrem stark.

Dennoch fühlte ich mich ohne Einnahme der Pille fitter, gesünder und vor allem lebensfroher. Deshalb will ich eigentlich nie wieder die Pille nehmen. Außerdem habe ich das Glück eine sehr regelmäßige Periode zu haben. Ich bekomme sie alle 4 Wochen meistens donnerstags oder freitags, sodass die extrem starken Schmerzen am Samstag und Sonntag stattfinden. So benötige ich wenigstens keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung o.ä.

Ein weiteres Symptom waren bei mir die Rückenschmerzen während der Periode. Zudem kam es bei mir gelegentlich zwischen den Perioden zu leichten bräunlichen Schmierblutungen.

In den letzten drei Monaten, vor meiner ersten Endometriose-OP, kamen ebenfalls Bauch- und Rückenschmerzen außerhalb der Periode, sowie ständige Müdigkeit und Erschöpfung hinzu.

 

Mögliche Therapiemöglichkeiten bei Endometriose

Die schlechte Nachricht zuerst. Eine vollständige Heilung der Krankheit ist bislang nicht möglich, da die Ursachen unbekannt sind. Es gibt aber Möglichkeiten die Symptome zu behandeln, welche ich im Folgenden aufführen möchte.

 

Therapiemöglichkeiten bei Endometriose:

  • Operation: Die Bauchspiegelung, welche der Diagnose dient, kann gleichzeitig der erste Schritt zur operativen Entfernung der Endometriose sein. Die Endometriose wird entweder herausgeschnitten oder mit einem Laser o.ä. verödet. Die Entfernung führt natürlich zur Linderung der Symptome. Jedoch tritt bei 4 bis 5 Frauen die Endometriose nach einer Operation erneut auf.
  • Schmerztherapie: Mit Schmerzmitteln können die Schmerzen unterdrückt werden. Für mich persönlich ist dies absolut keine Option. Schmerzmittel lindern die Probleme meistens nur bedingt und bekämpfen niemals die Ursachen. Außerdem schädigt ihr damit eure Organe und es besteht die Gefahr abhängig zu werden.
  • Hormontherapie: Bei einer Hormontherapie wird durch Einnahme von Hormonen verhindert, dass sich die Gebärmutterschleimhaut aufbaut, also auch die der Endometriose-Herde. Das Wachstum der Endometriose wird somit unterdrückt. Die Menstruation bleibt aus und somit natürlich auch damit verbundene Regelschmerzen. Allerdings bringen synthetische Hormone das natürliche Hormongleichgewicht durcheinander und eine Schwangerschaft während der Therapie ist ebenfalls nicht möglich.
  • Gestagene: Gestagene sind synthetisch hergestelltes Progesteron, welches durch Gestagenhaltige Pillen, Visanne (einem speziellen Medikament) oder einer Spirale, welche Gestagene abgibt, eingenommen werden können. Gestagene täuschen eine Schwangerschaft vor, sodass sich die Gebärmutterschleimhaut nicht mehr aufbaut. Auch Gestagene können vielfältige Nebenwirkungen verursachen.
  • Progesteron: Es gibt auch natürliche Progesteron Präparate, welche zur Behandlung eingesetzt werden können. Allerdings gibt es hierzu kaum Erfahrungen zur Dosierung. Daher wird es schwer Ärtze zu finden, die dieses verschreiben. Es gibt sowohl Progesteron Tabletten, als auch Salben mit mikronisierten Progesteron, welches durch die Haut aufgenommen und so in die Blutbahn gelangen kann. Dieses ist dem körpereigenen Progesteron ähnlicher als das Gestagen und somit allgemein verträglicher. Es wirkt ansonsten aber ähnlich wie das Gestagen, lediglich die Dosierungen sind bisher nicht genau bekannt und daher problematisch.
  • GnRH Analoga: Die körpereigene Produktion von Östrogen und Progesteron wird von übergeordneten Hormonen reguliert. Die Produktion von körpereigenem GnRH, welches für die Östrogenproduktion verantwortlich ist, wird durch die Einnahme des synthetischen GnRH Analaoga eingestellt. Das GnRH Analoga ist jedoch in Bezug auf die Östrogenproduktion unwirksam. Durch das fehlende Östrogen wird keine Gebärmutterschleimhaut mehr aufgebaut und die Periode bleibt aus. Der Körper wird jedoch in die Wechseljahre versetzt und alle damit verbundenen Nebenwirkungen wie Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit, Knochenverlust (Osteoporose) treten dabei auf.
  • Alternative Behandlungsmethoden: Um die Symptome, wie z.B. die Schmerzen, zu lindern gibt es zudem diverse andere Möglichkeiten. So gibt es bereits positive Erfahrungen mit Akupunktur, Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM), Homöopathie und der Pflanzenheilkunde. Auch die Reduktion von Stress, sowie ausreichende Bewegung z.B. in Form von Yoga sollen zu einem besseren Wohlbefinden führen.

 

Therapie bei mir persönlich:

Bei mir wurde die Endometriose operativ entfernt. Ich möchte allerdings verhindern, dass die Endometriose zurück kommt. Zusätzlich habe ich mich daher zu einer Alternativen Behandlungsmethode entschieden. Aktuell befinde ich mich bei einer Heilpraktikerin in Behandlung. Außerdem führe ich verschiedene Übungen und Routinen durch. Mögliche Beschwerden, die durch meine OP-Narben verursacht werden können, sollen hierdurch minimiert werden.

Ich hoffe euch hat meine Auflistung der Symptome und Therapiemöglichkeiten bei Endometriose geholfen.

 
 
Kennt ihr Endometriose oder leidet selber darunter? Wie geht ihr mit dieser Krankheit um und welche Therapiemöglichkeiten habt ihr bereits ausprobiert? Welche Erfahrungen habt ihr sonst noch mit Endometriose gemacht?

Gerne könnt ihr mir auch eine private E-Mail schreiben, sofern euch ein öffentlicher Kommentar unangenehm ist.

Liebe Grüße
Eure Sara

 
 
 
Quellen:
http://www.endometriose-vereinigung.de/
http://www.onmeda.de/krankheiten/endometriose.html

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14 Comments

  • Reply
    Liebe was ist
    Januar 4, 2018 at 7:52 pm

    nochmal ein sehr ufangreicher und toller Bericht liebe Sara!
    aus meiner klinischen Erfahrung kenne ich persönlich ja nur die operativen Möglichkeiten und habe bisher auch nur von Patientinnen gehört, denen quasi keine andere Möglichkeit mehr blieb. ich würde ws auch erstmal alles ausprobieren!

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von http://www.liebewasist.com

    • Reply
      saras-testwelt
      Januar 4, 2018 at 8:02 pm

      Dankeschön 😉
      Ja, oft bleibt einem echt nichts anderes als die OP. Bei mir war es am Anfang ja genauso. Ich hätte es vlt auch mit Naturheilmitteln o.ä. probieren können, aber bis die anfangen zu wirken, hätte ich die Schmerzen noch lange ertragen müssen. Daher ist die OP meistens die erste Wahl, besonders bei starken Schmerzen.
      Aber die Alternativen Therapiemöglichkeiten probiere ich natürlich aus, um die Endometriose in Zukunft fern zu halten.

      • Reply
        Liebe was ist
        Januar 4, 2018 at 8:03 pm

        gerade bei Schmerzen, ist man ja sowieso dankbar für schnelle Abhilfe! da sind die Op-Schmerzen vlt ein Klacks gegen 😉

        • Reply
          saras-testwelt
          Januar 4, 2018 at 8:23 pm

          Ja, das stimmt! Zu mindestens solange die OP gut verläuft und alles gut verheilt.

  • Reply
    Tanja's Everyday Blog
    Januar 4, 2018 at 8:33 pm

    Ich habe schon mal von dieser Krankheit gehört. Ich weiß auch nicht, wieso es solche Krankheiten geben muss, wo Menschen unter solchen Schmerzen leiden… 🙁 Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Gesundheit! <3
    Liebe Grüße
    Tanja

    • Reply
      saras-testwelt
      Januar 4, 2018 at 9:11 pm

      Das frage ich mich auch ständig. Aber leider gibt es diese Krankheit und es leiden sehr viele Frauen darunter.
      Aber ich denke es gibt zu viele schlimme Krankheiten, deswegen muss man einfach das Beste daraus machen, wenn man erkrankt!

  • Reply
    Menna E. (Lines & Rhymes Universe)
    Januar 4, 2018 at 10:33 pm

    Ich habe vermutlich von dieser Krankheit schon mal gehört, aber ich bin mir nicht sicher. Auf jeden Fall ist das ein umfangreicher Beitrag und finde es toll, wie du dich mit der Allgemeinheit vergleichst. Sowohl bei den Symptomen, als auch bei Therapiemöglichkeiten. Schade, dass du auch davon betroffen bist. 🙁 ich wünsche dir viel Kraft und alles Gute! <3

    Viennese greetings, Menna von http://www.linesandrhymesuniverse.blogspot.com

    • Reply
      saras-testwelt
      Januar 4, 2018 at 11:33 pm

      Vielleicht sogar mal auf meinem Blog? Habe ja schon öfter mal was darüber geschrieben ^^
      Danke für den Mut Zuspruch 😉

  • Reply
    nadinerack
    Januar 4, 2018 at 11:29 pm

    Hallo liebe Sara,
    ich finde es so gut dass du über das Thema schreibst!
    Meine Mama ist seit ein paar Jahren von Endometriose betroffen, weshalb ich mich auch ein wenig damit auskenne. Es ist echt traurig dass die Ärzte noch nicht einmal wissen was genau das eigentlich ist. Aber ich bin froh dass es mittlerweile immer mehr Wege gibt, diese Krankheit zu bekämpfen. Denn schön ist das auf keinen Fall!
    Ich wünsch dir nur das Beste!
    Nadine

    https://www.naraloves.de

    • Reply
      saras-testwelt
      Januar 4, 2018 at 11:34 pm

      Dankeschön, dann wünsche deiner Mum von mir gute Genesung!
      Ja, stimmt es ist echt schade, dass man die Ursachen nicht kennt. Sonst wäre eine Behandlung sicherlich einfacher.

      • Reply
        nadinerack
        Januar 4, 2018 at 11:44 pm

        Ich danke dir!
        Ja das stimmt wohl. Hoffentlich kommt das noch.

        • Reply
          saras-testwelt
          Januar 5, 2018 at 8:32 am

          Gerne 😉

  • Reply
    abookishloveaffaire
    Januar 5, 2018 at 7:17 am

    Ich kannte die Krankheit gar nicht und möchte die Erfahrung auch auf keinen Fall machen müssen.
    Bei den Symptomen wäre ich persönlich auch gar nicht darauf gekommen, dass sie krankheitsbedingt sein könnten.

    • Reply
      saras-testwelt
      Januar 5, 2018 at 8:35 am

      Das wünsche ich auch niemanden. Dann hoffe ich, dass du sie auch in Zukunft nur von meinem Blog kennst und nicht anderweitig davon erfährst.
      Ja, die Symptome werden halt oft als „Normal“ von Frauenärzten eingestuft. deswegen ist die Diagnose auch so schwer und oft vergehen Jahre bis es diagnostiziert wird. Die Frauen leiden dann nicht nur unter den Schmerzen sondern auch mit den psychischen Problemen die damit verbunden sind. Denn ernst genommen fühlt man sich da ehrlich gesagt nicht mehr. Bei mir war es auf jeden Fall so.

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